E-Portfolio

Tool

Urheberschaft, Verlag, Firma, Institution: Zukunftszentrum Lehrerbildung Leuphana Universität Lüneburg

Anwendungsbereich: Lehrkräfteausbildung

Anwender_innen: 
Studierende, Lehrende

Techn. Voraussetzungen:
Moodle, Mahara, myPortfolio

Kontakt: Gitte Köllner, gitte.koellner@leuphana.de

Link: myPortfolio, Mahara

Literatur:

Baumgartner, P. (Ed.). (2009). The potential of e-portfolios in higher education. Innsbruck: Studien-Verl.

Häcker, T. & Winter, F. (2009). Portfolio – nicht um jeden Preis! Bedingungen und Voraussetzungen der Portfolioarbeit in der Lehrerbildung. In I. Brunner, T. H. Häcker & F. Winter (Hrsg.). Das Handbuch Portfolioarbeit. Konzepte, Anregungen, Erfahrungen aus Schule und Lehrerbildung (5. Auflage, S. 227–233). Seelze-Velber: Klett Kallmeyer.

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder. (2014). Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften (Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK), Hrsg.). Berlin. Zugriff am 14.01.2020.

E-Portfolios sind webbasierte Sammelmappen, in der die Studierenden individuell für sie relevante Arbeiten, Erkenntnisse oder sonstige Artefakte strukturiert ablegen und reflektieren können. Im Unterschied zu einem analogen Portfolio lassen sich hier Links, Bilder, Videos, Audioaufzeichnungen sowie Blogs einbinden und die Studierenden können Inhalte individuell öffentlich machen und so mit ihren Peers oder Dozierenden teilen, um Feedback zu erhalten.

E-Portfolios in der Hochschullehre

Für den Einsatz von E-Portfolios im Bereich der Hochschuldidaktik existieren heterogene Konzepte und eine Vielzahl an Varianten und Typen, die sich prinzipiell folgenden Grundtypen zuordnen lassen: Präsentationsportfolio, Entwicklungsportfolio, Reflexions- oder Bildungsportfolio (Baumgartner, 2009). Dabei impliziert die Bezeichnung die Funktion bzw. den Zweck der E-Portfolioarbeit. Vor dem Hintergrund, dass Reflexion im Kontext der Lehrkräftebildung unumstrittenen als Schlüsselkompetenz von Professionalität gilt (Häcker & Winter, 2009) sowie auf Grundlage der KMK-Standards, die das Reflektieren in unterschiedlichen Kompetenzbereichen verankern (Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder [KMK], 2014), wird das E-Portfolio im Kontext der Lehrkräftebildung an Universitäten oder Pädagogischen Hochschulen in der ersten Ausbildungsphase primär in seiner Funktion als Reflexionsinstrument genutzt.

Typen und Funktion von E-Portfolios

Als Idealtypus des Reflexions- oder Bildungsportfolios gilt das personenorientierte Lernportfolio (Baumgartner, 2009), in dem sich die Studierenden selbstbestimmt und intrinsisch motiviert Wissen und Kompetenzen aneignen. Dabei steht das Lernprodukt (summativ) und/oder der Lernprozess (formativ) im Fokus. Demgegenüber dienen organisationsorientierte Beurteilungsportfolios der Beurteilung von Wissen und Kompetenzen der Studierenden, sind eher fremdbestimmt und fungieren als Assessment- bzw. Prüfungsportfolio (summativ) oder Curriculums- oder Lernbegleitungsportfolio (formativ). Eine Besonderheit des E-Portfolios in der Lehrkräfteausbildung liegt darin, dass es als Professionalisierungsinstrument häufig mit den schulpraktischen Phasen in Verbindung gebracht wird und dementsprechend auf die Integration von Theorie und Praxis abzielt. Unabhängig von Praktika ermöglicht die E-Portfolioarbeit in der universitären Lehrkräfteausbildung die Relationierung von subjektiven und wissenschaftlichen Theorien und die Integration fragmentierter Studieninhalte. In diesem Zusammenhang bietet das E-Portfolio einen Rahmen für den individuellen Professionalisierungsprozess, in dem die Studierenden Lernprozesse und –ergebnisse dokumentieren, präsentieren und reflektieren können. Dabei bietet die E-Portfolioarbeit vielfältige Möglichkeiten für Austausch und Interaktion, die bspw. durch Peer-Feedback zu Artefakten oder Diskussionsbeiträgen initiiert werden können.

myPortfolio – Die E-Portfolio-Plattform der Leuphana

myPortfolio – die E-Portfolio-Plattform der Leuphana Universität Lüneburg

myPortfolio ist die E-Portfolio-Plattform der Leuphana Universität Lüneburg auf Basis der Software Mahara. Sie erlaubt Lehrenden und Studierenden ein digitales Kompetenzprofil von sich zu erstellen, ein oder mehrere Weblogs zu führen, Dateien hochzuladen und zu verwalten sowie Kontakte zu pflegen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Gruppenarbeit. myPortfolio ist in das bereits bestehende Lern-Management-System Moodle integriert und erlaubt damit, bei Verwendung desselben Leuphana Accounts, das E-Portolio als persönliche Lern- und Arbeitsumgebung zu nutzen. In myPortfolio lassen sich die unterschiedlichen Portfolios aus verschiedenen Seminaren oder Fächern, wie z.B. myPortfolio Englisch als studienbegleitendes E-Portfolio für die Lehramtsstudierenden im Fach Englisch, zusammenstellen und organisieren. Dabei können die Dokumente bzw. Artefakte in myPortfolio in unterschiedlichen Abstufungen für einzelne Teilnehmerkreise öffentlich gemacht und kommentiert werden (z.B. für Lerngruppen, für einzelne Lehrende, einzelne oder alle interessierten Studierenden). myPortfolio bietet die Möglichkeit, ein Portfolio „einzufrieren“ und so eine weitere Bearbeitung zu unterbinden. Damit ist die Voraussetzung geschaffen, das E-Portfolio als Leistungsnachweis einer Bewertung zu unterziehen.

Für den Professionalisierungsprozess der Studierenden kann das E-Portfolio einen echten Mehrwert leisten und ihnen bei kontinuierlicher E-Portfolioarbeit über das gesamte Studium hinweg dabei helfen, ihren persönlichen roten Faden im Auge zu behalten.